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International anerkannte Methoden

Für die Labelvergabe benötigt climatop eine umfassende Ökobilanz aller Vergleichsprodukte. Diese wird von einer unabhängigen, anerkannten Ökobilanzierungsfachstelle nach climatop-Richtlinien gerechnet oder vom Antragsteller eingereicht. Im zweiten Fall wird climatop im Vorfeld prüfen, ob die Ökobilanz den climatop-Anforderungen genügt oder ob noch ergänzende Berechnungen notwendig sind.

Internationale Normen

Die für climatop gerechneten Ökobilanzen werden nach internationalen Standards gerechnet. Die Berechnungen der CO2-Bilanzen folgen dem GHG Protokoll und werden anlehnend an ISO 14040 zu einer Ökobilanz ergänzt.

Anforderungen an CO2- und Ökobilanz

Eine CO2-Bilanz wie sie von climatop benötigt wird, ist eine so genannte „Cradle to Grave“-(„Von der Wiege zur Bahre“-) Bilanz. Also eine CO2-Bilanz, welche den ganzen Lebenszyklus eines Produktes - vom Abbau der Rohstoffe, über die Produktion, den Transport, die Verpackung, die Nutzungsphase bis hin zur Entsorgung des Produktes - einbezieht. Nicht nur CO2-Ausstoss, sondern auch andere Umweltvariablen müssen für eine Labelvergabe berechnet werden. Eine umfassende Ökobilanz wird gefordert, um sicher zu gehen, dass nicht andere relevante Umweltwirkungen schlechter sind als bei vergleichbaren Produkten.

Lebenszyklus
Lebenszyklus eines Produktes

Eine Ökobilanz stellt man sich am besten als eine grosse Buchhaltung vor, bei der für alle Komponenten eines Produktes, die Stoff- und Energieflüsse, in einer Sachbilanz (von der Wiege zur Bahre") erhoben werden. Nachdem diese Daten vorhanden sind, wird eine Wirkungsabschätzung vorgenommen. Die Daten werden entsprechend ihrer Umweltwirkung sortiert, aufaddiert und bewertet. Neben den Werten der klimarelevanten Emissionen (CO2-Ausstoss) erhält man auch Ergebnisse für andere Umweltaspekte wie Überdüngung, Bodenversauerung, Toxizität, Verlust der Biodiversität oder auch den Wasserverbrauch.

Funktionelle Einheit

Um eine Aussage machen zu können, welches Produkt im Vergleich zu einer relevanten Vergleichsgruppe besser abschneidet, muss zuerst die Funktionelle Einheit, d.h. die Einheit, auf welche die Ergebnisse der Ökobilanz und somit der Emissionswert (der CO2-Ausstoss) bezogen werden, genau definiert werden.

Systemgrenze

Mit der Festlegung der Systemgrenze respektive des Untersuchungsrahmens wird genau definiert, welche Faktoren in der Ökobilanz mitberücksichtigt werden und welche nicht. Es wird damit festgelegt, in welchem Umfang das Produkt (Produktsystem) untersucht wird bzw. welche Prozesse sich innerhalb und welche sich ausserhalb der Systemgrenzen befinden. Je nachdem, wie die Grenzen gezogen werden, können die Ergebnisse der Ökobilanz unterschiedlich ausfallen.

Es ist wichtig, dass die Systemgrenzen für jedes Produkt innerhalb einer Vergleichsgruppe gleich gesetzt sind. Fallen zum Beispiel während der Produktion Nebenprodukte an, die in anderen Prozessen (ausserhalb der Systemgrenzen) Verwendung finden, werden Allokationen (Zuordnungsregeln) angewandt. D.h. die Umweltwirkungen, die durch solch einen Prozess verursacht werden, werden aufgeteilt und der Ökobilanz des gerechneten Produkts nur anteilsmässig angerechnet. Allokationen erfolgen über den ökonomischen Wert des Produktes (Preise) oder basieren auf physikalischen Einheiten, zum Beispiel Mengen und Brennwerten.

Daten

Die Daten für die Berechnung der Ökobilanz bestehen aus Primär- und Sekundärdaten. Die Primärdaten werden beim Produzenten erhoben und sind ausgesprochen genau und spezifisch für die gerechneten Produkte. Andere Daten wie Transport- oder die Stromemissionen werden anhand von Sekundärdaten berechnet. Es ist nicht möglich und auch nicht sinnvoll zu versuchen, z.B. die Transportemissionen einzelner Lastwagen zu berechnen. Deshalb werden diese Daten der ecoinvent-Datenbank entnommen und eingerechnet.

Um einen Vergleich unter gleichartigen Produkten vornehmen zu können, werden spezifische Produktdaten der verschiedenen Hersteller benötigt. Diese Daten werden entweder vom Auftraggeber bereitgestellt, erhoben oder ecoinvent entnommen.

climatop lädt die verschiedenen Hersteller ein, sich am Vergleich zu beteiligen und Daten zur Verfügung zu stellen. Aus verschiedenen Gründen (Geheimhaltung, Konkurrenz, Nachhaltigkeitsstrategien) beteiligen sich aber oft nur wenige Hersteller an einem Vergleich und liefern somit auch keine Daten. Auch in diesem Fall werden die Berechnungen mit Hilfe von wissenschaftlichen Publikationen oder Daten aus anerkannten Ökobilanzdatenbanken erstellt.

Weil es nie möglich ist weltweit ALLE Produzenten einzubeziehen, verschafft sich climatop Gewissheit, dass die geprüften Produkte stets unter dem Marktdurchschnitt liegen. Dazu werden ebenfalls die Daten aus Ecoinvent verwendet, welche anerkannterweise als geprüfte Referenzdaten den Standard eines Produktes widerspiegeln.

Sensitivitätsanalyse

Um die Resultate zu erhärten, werden zudem sogenannte Sensitivitätsanalysen durchgeführt, welche die Berechnungen aus anderen Blickwinkeln überprüfen. Dabei werden oft aus Studien dem Branchendurchschnittswert ähnliche, wissenschaftliche Daten oder verschiedene Datenszenarien (siehe Beispiel rechts) verwendet. Diese Daten werden mit den Resultaten der Ökobilanz verglichen.